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Historisch interessante Aeros

 
Aero 1000 mit Bohumil Turek nach der 13ten Rallye Monte Carlo 1934


Dieses Foto wurde im Frühjahr 1934 nach der erfolgreichen Teilnahme von Bohumil Turek und seinem Beifahrer Antonin Nahodil 
mit einem Aero 20 Roadster an der "13`ten Rallye Monte Carlo" aufgenommen. Von links: Herr Nahodil, Vera Proskova, Bohumil Turek.
Die ganze Geschichte "Besuch des Herrn Bohumil Turek bei meinen Großeltern" erfährt man hier von unserem Mitglied Jan Irving!

 

Aero 30 Roadster (1936) von Michael I. von Rumänien

Michael I. von Rumänien (rumänisch Mihai I.) 
war von 1927 bis 1930 sowie von 1940 bis 1947
König von Rumänien.


König von Rumänien 1927-1930 und 1940-1947, * 25.10.1921 Sinaia; regierte das erste Mal unter Vormundschaft, kam nach der Abdankung seines Vaters Carol II. erneut auf den Thron; stürzte am 23. 8. 1944 den „Staatsführer“ I. Antonescu und schloss sich den Alliierten an; 1947 von den Kommunisten zur Abdankung gezwungen, lebt bis zum Sturz des Ceauescu-Regimes im Schweizer Exil, wo er seinen Lebensunterhalt mit der Geflügelzucht, als Testpilot sowie als Börsenmakler verdiente. 2001 folgte Michael einer Einladung des rumänischen Staatspräsidenten Ion Iliescu.  Im Zuge des Gesetzes betreffend des Statuts der ehemaligen Staatsoberhäupter erhielt Michael den Elisabeth-Palast in Bukarest zurück, den er bis zu seiner erzwungenen Abdankung 1947 bewohnt hatte. Mehr Informationen über das Leben von König Michael I. siehe hier!

Lieber Michael,
am 25. Oktober 2011 feierte
HM König Michael I. von Rumänien, Ehrenpräsident des Retromobil Clubs Rumänien, seinen 90.Geburtstag. Wie Sie wissen, ist er auch Ehrenmitglied des Aero Car Clubs Prag seit 1936, als er vom Präsidenten der Tschechoslowakei einen Aero 30 Roadster erhielt.
Mit freundlichen Grüßen
Bogdan
(Aerofreund aus Rumänien)

Dear Michael, 
on 25 October HM King Mihai I of Romania, honour president of Retromobil Club Romania celebrated his 90th anniversary. As you know, he is also honour member of Aero Club Prague since 1936, when he received from the president of Cehoslovakia an Aero 30 Roadster.
Best regards
Bodgan

Diesen Aero 30 Roadster, Baujahr 1936, Produktionsnummer 7108, erhielt Prinz Michael I. als Geschenk,
während eines Besuchs des damaligen, tschechoslowakischen Präsidenten Eduard Beneš in Bukarest im Juni 1936.

 
Der Aero 30 Roadster zur Zeit Prinz Michael I. ...


 ... und bei einer Rally in den 80er Jahren ...


... und hier in Farbe im Jahr 2008 ...
(Leider stören die falschen Felgen, die Stossstangen und die Heckleuchten von Skoda)







... und hier Fotos aus dem Jahr 2015

Zusammengestellt von Michael Strauch

 

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Vier kurze Filme bei Wertungsprüfungen des obigen, roten Aero 30 R in Rumänien, der einst im Besitz von König Michael I. war, 
im Internet auf „Youtube“: Siehe unter Link: 
http://www.youtube.com/watch?v=VEIDlg2uM7U

  http://www.youtube.com/watch?v=s5fkxc6Yc_w&feature=related
  http://www.youtube.com/watch?v=HBiacbIqQKk&feature=related
  http://www.youtube.com/watch?v=3ZYZge6Xl7Y

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Im Januar 2016 wurde dieser rote Aero 30 R öffentlich in Rumänien zum Verkauf angeboten!

Der neue Besitzer dieses Aero 30 Roadster von König Michael I. ist unser Mitglied Theo Häni. 

Zu der Kaufentscheidung dieses besonderen Aero 30 können wir dich beglückwünschen. Du bist als neuer Eigentümer, der aus der Schweiz kommt und in Rumänien wohnend und arbeitend ist, bestens prädestiniert, diesen Aero zu besitzen. Die Verbindung Schweiz und Rumänien hatte ja auch der Erstbesitzer König Michael I. durch seinen Exilaufenthalt in der Schweiz. Eine gute Kombination, die eine Fortsetzung gefunden hat. Es wird sicherlich eine besondere Freude für dich sein, so einen Aero mit dieser historischen Vergangenheit und Bedeutung zu fahren.

Theo Häni schrieb am 29.03.2016 folgende Email an Karel Sebesta, Josef Knourek und Michael Strauch:


Dear Michael, 

Appreciate your mail and the clarification as well as your help in getting this car. 

For further information to Mr. Karel and Mr. Josef: 

Yes indeed, I want to restore the car as it was during the time of Regele Mihai. The car is now prepared to go next week to the car body shop to be painted in the color of "lichtbeige". The seats are with the upholsterer and will be made in a brownish leather fitting in a light contrast to the "lichtbeige" body. The age of the car has left its traces and therefore the car body needs a lot of work. I am happy to do that, because our children live in this country since 12 years (www.biofarmland.com), our grandchildren go to school here and we all like this wonderful country. Therefore it is a honor for me, to restore this car and contribute a little bit in preserving the history of this country. This car made me also read more into the history of this country. 

With Mr. Neugebauer I am in contact and he offered me any help in connection with this car. This help is needed, because every Aero has its own characteristics as you know, which have to be learned before managing it. 

I wish you all a nice and warm spring and hope to be able to send you some pictures of the restored car in the not to distend future. 

Best regards 

Theo 

 

Lieber Michael,

ich schätze deine E-Mail und die Klärung sowie deine Hilfe, dieses Auto zu bekommen. 

Weitere Informationen für Herrn Karel Sebesta und Herrn Josef Knourek: 

Ja, ich will das Auto wieder so herstellen, wie es während der Zeit von Regele Mihai war. Das Auto ist jetzt bereit nächste Woche an den Karosseriebauer zu gehen und es wird in der Farbe "lichtbeige" gestrichen werden. Die Sitze sind beim Polsterer und werden in einem bräunlichen Leder hergestellt, passend mit einem leichten Kontrast zur "lichtbeigen" Karosserie. Das Alter des Autos hat seine Spuren hinterlassen und damit braucht die Karosserie eine Menge Arbeit. Ich bin froh, das tun zu können, weil unsere Kinder seit 12 Jahre in diesem Land leben (www.biofarmland.com), unsere Enkelkinder gehen hier zur Schule und wir alle mögen dieses wunderbare Land. Deshalb ist es eine Ehre für mich, dieses Auto zu restaurieren und ein wenig zur Erhaltung der Geschichte dieses Landes beizutragen. Dieses Auto hat mich auch dazu gebracht, mehr über die Geschichte dieses Landes zu lesen. 

Mit Herrn Neugebauer (Redaktion: Vorbesitzer) bin ich in Kontakt und er bot mir seine Hilfe im Zusammenhang mit der Restaurierung dieses Autos an. Diese Hilfe ist erforderlich, weil - wie Sie alle wissen - jeder Aero seine eigenen Eigenheiten hat, die vor jeglicher Tätigkeit gelernt werden müssen. 

Ich wünsche Ihnen allen einen schönen und warmen Frühling und hoffen, dass ich in kürze in der Lage bin, Ihnen ein paar Bilder von dem restaurierten Auto zu senden. 

Freundliche Grüße

Theo

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Theo Häni renovierte diesen Aero 30 im Jahr 2016 und brachte ihn nach 80 Jahren wieder in den Zustand von 1936.



Die Lackierung ist elfenbein, das Interieur in beige gehalten, das neue Verdeck ebenfalls in beige, originale Stoßstange vorne, usw.

Die Felgen werden noch durch originale Aero-Felgen ersetzt.

Der originale Standartenhalter ist noch vorhanden. 

Nach der Restaurierung erfolgte die erste öffentliche Vorstellung beim 36. Europatreffen 2017 in Widpoldsried ...

   

... links mit der Enkelin des Firmengründers, Frau Marianne Kabes-Crane und rechts mit den jetztigen Besitzern

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Folgender Beitrag wurde entnommen aus Aerovkar 5/2012, bearbeitet von Michael Strauch

ACC und König Mihai I.

75 Jahre Mitglied des Aero Car Clubs Praha

   Und zwar nicht irgendwelches Mitglied, aber „Ehren-“. Der Artikel könnte auch wie ein Märchen mit der Überschrift „Wie Prinz Michael zum Mitglied des ACC wurde“ aufgefasst werden. Es war für ihn nicht schwierig, es genügte sich in der richtigen Zeit auf der richtigen Stelle befinden. Die richtige Zeit war der 28. Oktober 1936, die richtige Stelle Prag.

   Vorspiel:  
Zur Festigung der Kleinen Entente (Jugoslawien, Rumänien und die ČSR) haben Unterredungen der Staatsvorsteller beigetragen. 
Während des Besuchs in Bukarest widmete unser Präsident Eduard Beneš dem Prinzen Michal den Wagen Aero 30.

               

Foto links: Der Roadster Aero 30 HP ist lichtbeige, Lederpolsterung braun, Richtungsanzeiger stark verchromt, desgleichen die Stoßstange. Der Wagen hat Öldämpfer, doppelten Scheibenwischer und Sicherheitsglas, Felgen „Michelin“ mit Reifen Baťa Super tropic. Der Dachbezug ist aus erstklassigem Cabriolet-Stoff, Dachrippen stark verchromt, ein spezieller Notsitz mit verchromtem Deckel fürs Reserverad. Motor und Chassis sind Serienstücke, nur der Motorkopf ist aus polierter Bronze. An den Türe und vorne an der Stoßstange das Monogram „M“ mit vergoldeter Krone.

Foto rechts :   Begrüßungsschrift, Ehrenmitgliedschaft und goldenes Abzeichen mit Brillianten

 Das Monogramm wurde vortrefflich vom vom Fabrik-Lackiermeister Bohumil Bozděch durchgeführt. König Carol II. verlieh bei dieser Gelegenheit dem Direktor des Aero Service Jaroslav Frei einen Orden mit dem Rittertitel. Trotz der Erfüllung der offiziellen Aufgaben fand der Thronfolger Zeit mit dem Wagen mehr als 300 Km zu fahren.

1. Akt :  Schon im Juni dieses Jahres, als Präsident Beneš bei seinem Besuch in Bukarest dem Prinzen Michael den Wagen „Aero 30“ schenkte, entstand im ACC-Präsidium der Gedanke Seine Königliche Hoheit zum Ehrenmitglied zu ernennen.

   Der Besuch seiner K. H. Carol II. und seines H. Prinzen Michael in der Tschechoslowakei am 28. Oktober 1936 war die beste Gelegenheit zur     Durchführung dieses Gedankens. Zuerst war es nötig die Zustimmung des rumänischen königlichen Hofes zur Erteilung der Mitgliedschaft des Prinzen Michael zu gewinnen. Nach Unterredungen in der Kanzlei des Präsidenten der Republik wurde am 21.10. ein Brief an seine Exzellenz, den Gesandten Jan Šeba in Bukarest verfasst. Im Brief wurde ihm die Absicht  unseres Klubs mitgeteilt und er wurde um Hilfe bei der Realisierung gebeten.

   Noch bevor die Antwort aus Bukarest kam, äußerte die Generalversammlung des ACC ihre Zustimmung mit der Überzeugung, dass die Ehrenmitgliedschaft vom Prinzen Michael, als Eigentümer des Wagens Aero, angenommen wird.

   Am 24.10.36 kam von Bukarest ein Telegram, dessen Wortlaut besagt : 
Der Hof nimmt an, kleine Delegation Mit
twoch 28. Oktober 18 Uhr, Burg, Appartement des Großherzogs.                                                             
Šeba.
    

Das bestätigte den Umstand, dass der ACC, als der erste und einzigste der tschechoslowakischen Klubs, ein Mitglied der regierenden königlichen Familie in seine Reihen annehmen konnte. Erfreulich ist dabei, dass es sich um eine liebe Person des Kronprinzen des befreundeten rumänischen Staates handelt.

   Die Nachricht kam 4 Tage vor der Feier unseres nationalen Festtages, auf dessen Datum im Telegram die Audienz bei S.H. dem Prinzen Michael festgesetzt wurde. Die Begeisterung und Freude ermöglichten dem Vorsitzenden Kafuněk und den restlichen Mitgliedern des Ausschusses die kurze Zeit zur Vorbereitung des Ehrenabzeichens und Adresse zu überwinden. Das Ehrenabzeichen, dessen Foto wir in der nächsten Nummer bringen werden, ist aus 18 Karat-Gold mit Platinumrahmung gefertigt und mit 14 Brillianten geschmückt. Es befindet sich in einem schwarz-grauen Lederfutteral mit goldenen ACC Initialen und einer seidenen Staatsflagge. Die Adresse, deren Text und Durchführung sie auch in der nächste Nummer des Aerovkář finden werden, war auf Pergament ausgeführt und lag in einer Ledermappe mit einem großen Zeichen ACC.

                                 „Seiner Königlichen Hoheit, Thronfolger und Herzog von Alba Iulia, dem Prinzen Michael“

      Die festliche Versammlung der Mitglieder des Aero Car Clubs hat sich am 28. Oktober 1936 einstimmig entschlossen ihre Königliche Hoheit bitten die Ehrenmitgliedschaft unseres Klubs anzunehmen.

   Ihre Königliche Hoheit hat damit ihre Zustimmung geäußert. Wir danken für diese Ehrenbezeugung und möchten ihre Königliche Hoheit unserer tiefen Ergeblichkeit und Achtung versichern.

      St. Kafuněk – Vorsitzender                               JUC J.Frei   und    Ing. Bělohlávek – Mitglieder des Verwaltungsausschusses

    Die Durchführung des Abzeichens  mit Futteral und der Adresse wurde unserem Mitglied, dem Goldschmied Jan Staněk anvertraut, der diese – wegen Zeitkürze - schwierige Aufgabe glänzend durchführte, sodass beide Gegenstände am 28. 10. nachmittags fertig waren.

     2. Akt:  Die Delegation, die am 28. Oktober  um 6 Uhr nachmittags zu S. H. dem Prinzen Michael eingeladen wurde, bestand aus dem Vorsitzenden des ACC, Kafuněk, dem Direktor Frei, der dem Prinzen in Bukarest den Wagen übergab und Ing. Bělohlávek.

Durch die belichtete Hauptstadt und Mengen von grüßenden Bürgern gelangte die Delegation zum ersten Hofplatz der Burg und zwar in der neuen Limousine Aero „50“. 

Foto:  von links  Oberst Braun, Direktor Frei,  S.H. Prinz Michal,  Vorsitzender des ACC Kafuněk, Ing. Bělohlávek,  Gesandter Šeba

Die Herren wurden schon erwartet, und zwar vom Vertreter der Presseagentur ČTK, der sich vor und auch nach der Audienz um den ACC und die Anzahl seiner Mitglieder interessierte. Vor der Delegation des ACC wurden dem Prinzen Michael die Deputation des Tschechoslowakischen Skiverbands vorgestellt, man musste daher im linken Flügel des Appartements des Prinzen abwarten. Den Salon schmückten altertümliche Gobeline und ein geschliffener Kronleuchter.

   Um 18 Uhr wurden die Herren in die Gemächer des Prinzen gebeten, wo sie  der Gesandte , Minister Šeba erwartete. Direktor Frei hat ihm Herrn Kafuněk und Bělohlávek vorgestellt. Herr Minister stellte dann die Delegation dem Zeremoniemeister S.H. des Prinzen Michael vor, sowie auch dem Oberst Braun, der dem Prinzen während seines Aufenthalts als Adjutant zur Seite steht. Nach Anmeldung wurde die Delegation in den Salon des Prinzen gebeten und vorgestellt.

   Direktor Frei hielt dann zum Prinzen eine Ansprache in Französisch :
Ihre Königliche Hoheit, erlauben sie mir ihnen die Delegation des tschechoslowakischen Markenklubs ACC vorzustellen. Wir finden es als höchste Ehre, dass ihre  Königliche Hoheit die Ehrenmitgliedschaft unseres Klubs angenommen hat. Wir erlauben uns ihnen das Ehrenabzeichen anzubieten, sowie auch die Begrüßungsschrift mit der Äußerung der spontanen Gefühle und Dank unserer Mitglieder für die Ehre, die uns erwiesen wurde. Wir wünschen ihrer Königlichen Hoheit einen angenehmen Aufenthalt in der Tschechoslowakei, gute Ausnützung des Wagens Aero und rufen: Es lebe seine königliche Hoheit, Großherzog von Alba Iulia, der rumänische Kronprinz Michal! Danach übergaben der Vorsitzende Kafuněk und Ing. Bělohlávek dem Prinzen das Abzeichen und das  Diplom. Der Abschluss der Ansprache wurde rumänisch ausgesprochen. Seine K. H., Prinz Michael war offenbar gerührt, bedankte sich kurz, drückte allen Mitgliedern der Delegation herzlich die Hand und stellte sich inmitten der Delegation zu einer Aufnahme, wobei der anwesende Oberst  Braun seine Befriedigung mit der Durchführung der Audienz äußerte.

   Nachspiel:  Nach dem Abschied begab sich der Prinz in sein Salon, aber noch bevor sich die Herren vom Minister Šeba verabschiedeten, kam der Zeremoniemeister S.H., des Prinzen und übergab den Wunsch des Prinzen um ein ACC Abzeichen für seinen Wagen Aero 30. Direktor Frei wurde darum zum Prinzen geführt und in einem kurzen Gespräch zeigte dem Prinzen das Abzeichen auf dem Umschlag der Begrüßungsschrift und versprach am nächsten Tag weitere Abzeichen für seine Wagen zu liefern. Das Gespräch wurde englisch geführt, da der Prinz in England erzogen wurde und außer rumänisch diese Sprache am besten kennt. Nach einem herzlichen Abschied und Dank den Herren Minister Šeba und Oberst  Braun, verließ die Delegation die Räumlichkeiten Seiner Hoheit mit der Überzeugung, dass die spontan angebotene Mitgliedschaft  auch spontan und mit Freude angenommen wurde.

   Am nächsten Tag sandte der Aero Car Club dem Prinzen Michael in einem Lederfutteral 6 neue Abzeichen, davon 2 in Gold und erfüllte so den Wunsch alle 6 Wagen des Prinzen mit einem Abzeichen des Aero Car Clubs zu versehen.

                   
   Foto:  Prinz Michael in Verlegenheit  -  warum  ?   Bemerken sie, dass  die Kühlermaske schon das Abzeichen ACC Praha trägt. Schauen Sie auch auf die Tafel an der Stoßstange (besser auf der Zeichnung). So waren die Wagen der königlichen Familie bezeichnet  -  keine Nummer, die Krone genügte.

   Das Märchen endet untraditionell. Der Prinz wurde zum König, aber nicht für lange Zeit. Wie es sich ziemt, erreichte er ein hohes Alter und die Liebe zu Automobilen hat ihn nicht verlassen. Das stimmt aber nicht für seinen Aero. Also viel Gesundheit für beide !

Curriculum vitae von Prinz Michael I.: geboren am 25.10.1921, Vater Carol II., Mutter Elena Griechin, Ururenkel der britischen Königin Vikrtoria, dritter Vetter der britischen Königin Elizabeth II.,  bestieg den Thron 06.09.1940, im Jahre 1944 nach einem Umsturz Übergang zu den Alliierten (da spielte der König eine besondere Rolle). Das verkürzte den Krieg um rund 6 Monate und sparte den Alliierten (und auch den Deutschen) einige Hunderttausend Leben. Dafür erhielt er am Ende des Krieges vom Präsidenten Truman den Titel Chief Commander of the Legion of Merit und für „den kühnen Akt der radikalen Änderung der rumänischen Politik, abgezielt auf die Loslösung vom Hitlerdeutschland  und Bund mit den Vereinigten Nationen in der Zeit, wo die Niederlage von Deutschland noch nicht offensichtlich war“ von Stalin den Orden des Sieges. Nichtsdestoweniger mußter er unter sowjetischem Druck und vor gezielten Waffen der rumänischen Kommunisten am 30. Dezember 1947 abtreten. Am  3. Januar 1948 folgte dann die Emigration nach England, von wo die Familie in die Schweiz umsiedelte. 

                                   

(Bemerkung :  Michael I. trägt den Orden des Weissen Löwen und ist Ehrenpräsident des Retromobil Club Romania).

Foto rechts: Den exköniglichen „Dreißiger“ besitzt heutzutage Herr Neugebauer aus Ploiesti (Red.: ca. 60 km nördlich von Bukarest)                                   

Vorbereitet von Karel Jičínský 

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Mitteilung aus der MainPost vom Mittwoch, 06.12.2017

 

Aero 50 Sodomka-Kabriolett (1937) von Frau Hana Benes (Frau des Präsident Dr. Edvard Benes)

Der folgende Artikel wurde entnommen aus Aerovkar 5/2015, Verfasser: Karel Jicinsky, (ins Deutsche übersetzt: Michael Strauch)

Ende des Jahres 2015, gelang es Ing. Jan Cerny Junior - einer der wichtigsten, zeitgenössischen Experten, die sich um die Geschichte der Sodomka Karosserien in Vysoke Myto kümmern - aus Holland einen Aero 50 mit einer Karosserie Sodomka von 1937 nach Vysoke Myto zurückzubringen. Dieser Aero war in der letzten Vorkriegsautoschau in Prag im Oktober desselben Jahres bei der Firma Aero ausgestellt (Foto). Zu dieser Zeit war das Fahrzeug im Besitz von der Frau des Präsidenten, Frau Hana Beneš. 

In der Nachkriegszeit nahm das Auto an mehreren Inlands-Veteran-Rallyes teil, z. B. an der Nachtfahrt des ACC Prag 1976, wie durch das Bild von Karel Jičínský belegt: Parken in Prag-Podolí, wo der Beginn der Fahrt war (Foto). Das Fahrzeugchassis mit der Rahmennummer 01722 37 8 wurde aus dem Zulassungsregister im Mai 1978 entfernt. Der letzte Eigentümer in der Tschechoslowakei war Vaclav Cerny vom Veteran Car Club (Die Gleichheit des Familiennamens ist zufällig). Dann kam es nach Holland und der Sohn des ehemaligen Besitzers verkaufte es nun an Jan Cerny. Ihm zufolge fehlt so gut wie nichts, da der Zustand des Fahrzeugs eine anspruchsvolle Restaurierung erwartet. 

 Geschichte zu diesem Aero 50 Kabriolett von Sodomka  mit der Produktionsnummer 01722, Baujahr 1937

 
Sodomka-Auslieferung in Vysoke Myto 1937 (Foto aus Archiv Jan Cerny)


 Prager Au
toschau im Oktober 1937 (Foto Archiv ACC, Jicinsky)


Start zur ACC-Nachtfahrt in Prag-Podolí, 1976
(Foto Archiv ACC, Jicinsky)


Foto aus den 80er Jahren


Zustand des Fahrzeugs in Holland 11/2015 (Foto Pleun Kruidenier)


Zustand des Fahrzeuges Anfang 2016 (Foto Jan Cerny)

Ergänzung dieser Fahrzeuggeschichte durch Michael Strauch:

Seit mehreren Jahren hatte mich Jan Cerny als Vorsitzender des Vereins "Freunde der Karosserien von Sodomka" nach Vysoke Myto eingeladen um z. B. bei der Taufe des Aero 50 Dynamik - genannt "Arizona" dabei zu sein. Leider klappte es erst bei uns im Jahr 2013, um mit unserem Aero 30 Kabriolett-Sodomka zu dem herrlichen Treffen aller Fahrzeuge mit Sodomka-Karosserien zu kommen. Hier lernten wir auch die weiteren Organisatoren dieses Vereins kennen: Frantisek Dostal und Jaroslav Balcar. Wir hatten sofort einen guten Kontakt zu allen Teilnehmern, egal ob Aero-Besitzer oder Fahrer anderer Marken. Die gesamten Cerny Familie wie Vater Cerny sen., Jans Schwester Hana und Schwager Martin Krouli haben zu uns eine sehr herzliche und freundschaftliche Verbindung aufgebaut. Dazu hat natürlich auch beigetragen, dass die Familie Cerny Deutsch spricht und das ist für uns einfacher, als wenn man sich über eine Fremdsprache wie Englisch unterhalten muss.

Bei unserem Besuch zum 20. Treffens der Sodomka-Freunde in Vysoke Myto im Juni 2015 erzählte mir Jan Cerny von einem Aero 50 Kabriolett, das in Holland zum Verkauf angeboten wird. Jan hat seit 2010 mit dem Verkäufer de Jong (Sohn des verstorbenen Besitzers de Jong) per Email Kontakt und hat versucht sein Kaufinteresse zu bekunden. Auch machte Jan Cerny bereits ein schriftliches Angebot. Der Angebotspreis war für mich sehr hoch, da der Wagen nicht mehr fahrbereit und bereits total zerlegt war. Aber aufgrund bestehender Sprachprobleme und auch wegen des Zeitmangels, da sowohl der Verkäufer wie auch Jan beruflich stark eingebunden waren, ist der Kontakt im Jahr 2011 abgebrochen.

Ich sagte Jan im Juni 2015 zu, dass ich versuche herauszufinden, ob das Fahrzeug sich noch in Holland bei Herrn de Jong befindet. Jan gab mir seine Email-Korrespondenz und ich recherchierte im Internet nach einem "de Jong in Holland". Ich fand eine auf diese Situation passende Adresse einer Autoreparaturfirma. Und nun zahlt sich ein Netzwerk wie die Aero-IG aus: Wer von unseren Mitgliedern wohnt in der Nähe dieser Autoreparaturfirma? Es war unsere Mitglied Pleun Kruidenier. Nun wusste ich, dass Pleun zum 34. Europatreffen nach Harrachov kommen würde und so sprach ich mit ihm bei diesem Aero-Treffen Ende August über diese Angelegenheit. Pleun sagte mir zu, zu dieser Autowerkstatt zu fahren und sich nach dem Verbleib des Aero 50 zu erkundigen.

Pleun hat mir sein Ermittlungsergebnis im Oktober mitgeteilt: Das Aero 50 Kabriolett existiert noch in einem erbärmlichen und total zerlegten Zustand auf einer Wiese im Freien ohne jeglichen Schutz (Foto). Der Verkäufer möchte das Fahrzeug auch weiterhin verkaufen. Nachdem ich Jan diese Situation mitteilt hatte, ging alles sehr schnell. Es wurde ein Termin in Holland für November 2015 vereinbart, Jan und ein weiterer Begleiter fuhren an einem Freitag zur Familie Pleun Krudenier, übernachteten dort und trafen sich am Samstagmorgen auf der Wiese beim Aero-Objekt mit dem Verkäufer.

Am Ende einer intensiven Verhandlung, die dank Pleun auf Holländisch geführt wurde, stand ein erfolgreicher und günstiger Kauf. Jan war sehr erfreut, so ein Fahrzeug mit einer besonderen Geschichte erworben zu haben und brachte seinen Schatz noch am gleichen Tag nach Vysoke Myto. Nun freut sich Frantisek Dostal auf die Renovierung und wir sind auf das Ergebnis sehr gespannt.

 

Aero 50 Kabriolett (1938) von Präsident Dr. Edvard Benes

Einen unikaten Zuwachs in seiner Sammlung verzeichnete dieser Tage das Technische Nationalmuseum in Prag. Dr. Petr Kozisek schreibt im Motor Journal ...nach 70 Jahren kehrt ein berühmtes Auto wieder nach Prag zurück.


Aufnahmen des Aero 50 Kabrioletts in England, während der Kriegstage mit verdunkelten Scheinwerfern

Die Geschichte ist ebenfalls interessant: Das Aero Kabriolett mit Sodomka Karosserie (vom Aero Werk bestellt und vom Werk verkauft) wurde in Kisten nach England verfrachtet und dort von der Firma Robins zusammengebaut. Dr. Edvard Benes war damals in England im Exil, als Innenminister, später als Präsident. Dr. Benes hat dieses Auto selber nie gelenkt, sondern seine Frau Hana ist damit gefahren - Zulassungsnummer GGO 941. Später überlies sie das Auto der tschechischen Botschaft in London. Dr. Benes hatte während des Krieges in London zwei verschiedene englische Daimler samt Chauffeur zur Verfügung gehabt. Der Aero wechselte nach dem Krieg mehrere Besitzer. Der letzte Besitzer, Mr. Phil Goldschmith der diesen 1995 erwarb, hat das Auto mit Hilfe des tschechischen Aeroklubs ACC, (ACC-Mitglieder V. Drchota, K. Sebesta und K. Jicinsky) sowie Herrn P.Kozisek vom NTM restauriert und schließlich Jahre später an dieses Museum verkauft. Den Preis bezahlte das tschechische Kulturministerium.


Aufnahme des restaurierten Kabrioletts im Technischen Nationalmuseum in Prag, 2012

benes_aero_50_gb.jpg (927838 Byte)

Die Fotos wurden dankenswerterweise vom Autor, Dr. P. Kozisek, NTM und Motor Journal zur Verfügung gestellt.

Ergänzung von Michael Strauch: Aero 50 Kabriolett von 1938 mit der Produktionsnummer 01764

 

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